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Weniger ausgeben und glücklicher sein || Leben ohne Geld ?

Es klingt seltsam, aber Geld verändert Menschen..

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Egal wie viel ich verdient habe, irgendwie schien es mir nie genug zu sein. Nicht weil ich gierig war, sondern weil ich immer das Gefühl hatte, dass mir etwas fehlt.

“Was mir aber fehlte war nicht mehr Geld, sondern meine Freiheit.“

Mehr Geld bedeutet in den meisten Fällen eben leider auch mehr Konsum. Menschen werden gierig und wollen zeigen, wie gut es ihnen geht. Nur leider übertönt ein großer Fernseher, ein neues Auto oder gar ein eigenes Haus nicht dieses Gefühl von Unzufriedenheit, welches bei den meisten schon tief in der Seele sitzt und nur darauf wartet, dein ganzes Geld zu verprassen um sich ein paar Minuten, oder mit Glück sogar Tage, gut zu fühlen.

Facebook und Instagram stehen deinem Glück im Weg

Wenn man durch seinen Facebook- oder Instagramfeed scrollt, lächeln einen Menschen mit teuren Uhren, schicken Autos und atemberaubenden Urlaubszielen an. Das mag zwar ganz schön sein, aber ist das noch echt?

Fast jeder der online sein Leben teilt, teilt natürlich nur die schönen Dinge. Wer liked denn auch schon ein Bild von kaputten Schuhen, unglücklichen Frauen oder gar von einem Stau?

Lieber ein Foto von den Sportschuhen als von den Chips vor dem Fernseher..

Kein Wunder, dass dadurch das Leben von anderen immer rosig und abenteuerlich zu sein scheint und eben so klar, dass man unterbewusst denkt, mit einem selbst stimme etwas nicht. Man will mithalten und ein ebenso “erfolgreiches“ Leben führen, was jedoch in Wahrheit nicht möglich ist.

Um also seinen Mitmenschen auch zu zeigen wie erfolgreich man ist, müssen Konsumgüter und teure Luxusartikel herhalten, die einen selbst jedoch nur von außen glücklich scheinen lassen. Ich kann dir also nur ans Herz legen, dir einmal in Ruhe Gedanken darüber zu machen, dass kein Leben so perfekt ist, wie es online scheint. Ein Bild pro Tag von einem “guten“ Augenblick in deinem Alltag ist eben nicht ganz so schwer festzuhalten wie dein ganzes Leben. Was machen wohl die ganzen Influencer in den restlichen Stunden des Tages? Ich kann dir nur garantieren: Sie sonnen sich nicht den lieben langen Tag, kennen wahrscheinlich nicht einmal die Autoren ihrer ach so tollen Lieblingszitaten und ganz bestimmt lächeln sie auch nicht den ganzen Tag. Es sind schließlich auch nur Menschen und das sollte dir immer bewusst sein.

Versuche nicht glücklicher als andere zu sein, sondern sei es einfach

Wer verstanden hat, dass dieser ganze Wettkampf nie einen Sieger hervorbringen kann, könnte nun einfach sein Leben leben und die anderen ihr Scheinleben weiter leben lassen, aber es gibt auch Menschen wie Benjamin (31), die noch einen Schritt weiter gehen.

Benjamin kommt aus Frankreich und hat sich bewusst gegen einen Job entschieden in einer Gesellschaft, in der man ja eigentlich erwartet, dass man arbeitet. Für ihn zählt nicht das Geld welches er verdient (hat), sondern seine wertvolle Zeit und der Gedanke, Menschen unterstützen zu können bei ihren Träumen.

„Jetzt habe ich Zeit, immer allen Menschen zu helfen – egal ob sie nun krank sind, sich traurig fühlen oder irgendwie anderweitig Unterstützung brauchen. Langweilig wird mir dabei nie und ich bin wirklich glücklich mit meinem eingeschlagenen Weg. Aber genau das macht die Leute auch wütend – also dass ein so junger Typ wie ich, der nicht lange genug geschuftet hat, sich dazu entscheidet, nicht mehr zu arbeiten, und dann auch noch glücklich damit ist.“

„Geld zu besitzen, hat mich davon abgehalten, die nötigen Veränderungen wirklich durchzuziehen. Heute habe ich quasi kein Geld mehr, bin aber trotzdem viel glücklicher.“

Hippie im 21. Jahrhundert?

Man mag es kaum glauben, aber auch noch heute gibt es sie: Hippies wie aus den Geschichten unserer Eltern. Egal ob in Kommunen oder einfach nur an abgelegenen Orten, fernab der Zivilisation, leben auch 2017 noch viele Aussteiger, Künstler und Freigeister ihr Leben in Zelten, Höhlen oder Jurten und sind dabei scheinbar glücklicher als die meisten mit Job und Wohnung.

Die Gründe für den Ausstieg sind dabei so unterschiedlich wie die Menschen selbst, die diesen Sprung gewagt haben und für sich selbst beschlossen haben, dass ihnen ihre Zeit auf Erden mehr wert ist als Geld. Besonders Menschen, welche nicht den Job ihrer Träume haben, spüren nach gewisser Zeit meist, dass ein Drittel des Tages für sie eher unbefriedigend ist. Hinzu kommen im Durchschnitt ebenso 8 Stunden Schlaf und schon ist man bei der Hälfte des Tages und das ohne Berücksichtung der Anfahrts- und Pausenzeiten!

Selbstversorger Hippie Geld Freiheit Aussteiger

Keine Arbeit klingt gut, aber wie lebe ich ohne (viel) Geld

Bedenke immer, dass du eigentlich nur für dich selbst arbeitest. Du tauschst deine Zeit gegen Geld. Bei einem Stundenlohn von 10 Euro/netto, kostet dich der neue Fernseher mal eben 50 Stunden deiner Zeit, ganz zu schweigen von der Zeit, die du danach davor verbringst. Selbst eine neue Handtasche sollte gut überlegt sein, denn bei einer von Michael Kors sind es z.B. schon 22 Stunden, gegen welche du sie im Endeffekt eintauschst. Besonders bei Dingen die man besitzt, sollte man sich vorher gut überlegen ob man sich etwas neues anschaffen will oder, wie z.b. bei einem Handy, es nicht immer das neueste sein muss.

Wichtig ist, sich bewusst zu werden, was man wirklich braucht und sich gut zu überlegen, wie viel Zeit etwas einem Wert ist.

Wer sich in gewissen Bereichen bzw. in Bezug auf seinen Konsum etwas zurück nimmt, kann rein theoretisch von einem Vollzeitjob auf einen Teilzeitjob oder gar einen Minijob wechseln und genießt somit mehr Zeit um Dinge zu tun, anstatt Dinge zu kaufen und zu konsumieren. Wer vor hat gar nicht mehr zu arbeiten und trotz allem nicht Fremden oder gar Bekannten auf der Tasche sitzen will, kann sich aber auch nach Kommunen oder sogar einem kleinen eigenen Grundstück umsehen um sich selbst zu versorgen.

Was nun besser ist, darüber lässt sich natürlich streiten, aber ich denke jedem sollte bewusst sein, dass er die Wahl hat was er mit seiner wertvollen Zeit anstellt.

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Ganz ohne Geld – Selbstversorger werden

Es klingt schon fast zu toll um wahr zu sein:

Ein eigenes Häuschen in der Nähe vom Meer in Südeuropa oder gar in Südamerika, eigen angebautes, immer frisches Obst und Gemüse und jede Menge Zeit für Musik, Tanz, Gesang, Meditation, Sparziergänge und natürlich sich selbst.

Wer aber spontan nun den Entschluss fasst auszusteigen, dem kann ich nur empfehlen sich noch etwas in die Materie rein zu versetzen und sich ziemlich viel zu informieren. Besonders ohne Gespartes, einen grünen Daumen und natürlich der Idee, was man am Ende mit seiner gewonnen freien Zeit anfangen will, kann der Ausstieg schnell einmal schief gehen.

Wenn dich das Thema Aussteigen interessiert, dann folge mir doch auf Facebook, denn ich plane demnächst eine interessante Interviewreihe mit 10 Fragen an Aussteiger und nehme gerne noch Vorschläge für Fragen an, die ihr immer schon gerne einmal beantwortet haben wolltet.

3 thoughts on “Weniger ausgeben und glücklicher sein || Leben ohne Geld ?

  1. Sehr interessanter Artikel!
    Es sind einige sehr interessante Denkansätze darin. Zum Beispiel, dass man immer nur für sich selbst arbeitet, indem man seine Zeit gegen Geld tauscht.
    Ich persönlich freue mich aber sehr auf meinen zukünftigen Job und bin andererseits froh, dass ich Sachen kaufen kann von Leuten, die sich wiederum auf eine andere Tätigkeit spezialisiert haben. Allerdings möchte ich lieber Teilzeit arbeiten auf Dauer. Den Rest meiner Zeit hätte ich lieber für andere Dinge.

    1. Hallo Nicole,

      ich denke, wenn man den Job macht, der einem Freude bereitet, ist es ja schon fast keine Arbeit mehr (zumindest im eigentlichen Sinne) 😉 Ich wünsche dir eine tolle Zeit in deinem Job und das du gut ins neue Jahr gestartet bist 🙂

      Liebste Grüße

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