Mein inneres Kind und Ich || Mit der Vergangenheit frieden schließen

Dieser Artikel liegt mir persönlich sehr am Herzen, weshalb ich gerne diese Methode mit euch teilen würde, um in Kontakt mit eurem inneren Kind zu tretten, mit der Vergangenheit abzuschließen und, auch wenn eher unterbewusst, alte Glaubenssätze hinter sich zu lassen. Jeder der mich wirklich kennt weiß, dass ich mich eine lange Zeit in den verschiedensten Süchten verzettelt, ignoriert und verdrängt habe, um mich nicht mehr als nötig mit meiner Vergangenheit auseinander zu setzen. Das ich noch Dinge aufzuarbeiten habe war mir lange Zeit bewusst, jedoch wusste ich weder wie, noch habe ich genau gewusst, was mich denn unterbewusst noch sehr zu beschäftigen scheint. Erst vor kurzem machte es bei mir KLICK, während ich eine geleitete Meditation hörte..

 

Auch wenn sich nicht jeder dessen bewusst ist oder sein will, so trägt er doch unangenehme Kindheitserinnerungen mit sich herum. Neben bestimmten Verhaltensmustern und somit Reaktionen auf ähnliche Situationen in der Gegenwart können diese aber auch einfach nur ein Gefühl tief in dir drin auslösen, welches es zu verstehen und deuten gilt. Wir alle streben nach dem Gefühl angenommen und geliebt zu werden, weshalb sich schon früh in unserer Kindheit entscheidet, ob wir mit Selbstwertgefühl & Selbstbewusstsein oder mit einer immerwährenden Unsicherheit durchs Leben schreiten.

 

» Das „innere Kind“ ist eine Metapher in der Psychologie, die für die Summe unserer kindlichen Prägungen – positive wie negative – steht. «

 

Wahrscheinlich kennst auch du solche Situationen:

Du bist emotional getroffen, reagierst über, eventuell sogar kindisch, bist sehr emotional oder kannst vielleicht nicht einmal reagieren. Im Nachhinein ärgerst du dich, weil du doch eigentlich weißt, was das Richtige gewesen wäre. Vielleicht schämst du dich sogar, weil dein Kopf einfach leer war und du nicht die im Nachhinein von dir gewünschte Reaktion gezeigt hast.

In solchen Situationen übernimmt dein inneres Kind das Steuer. Gefühle wie Angst, Wut und Trauer sind in solchen Szenarien oft keine Seltenheit und meist steht man vor der Entscheidung: Angriff oder Flucht.

So kann es passieren, dass wir schnippig zu Freunden oder Kollegen sind, auch wenn diese eigentlich gar nicht die Absicht hatten, uns etwas Böses zu tun. Wir laufen Weg vor Situationen, denen wir eigentlich längst gewachsen sein sollten und benehmen uns aus im Nachhinein unerklärlichen Gründen wie unser früheres Ich.

 

Was Ur-Ängste mit unserem inneren Kind zu tun haben

Diese Reaktionen rühren teils aus Ur-Ängsten, welche einen schon als Säugling prägen. Da ein Baby sich nicht selbst helfen kann und ohne Fürsorge und Hilfe verstirbt, strampelt und schreit es um auf sich aufmerksam zu machen. In dieser Situation verfällt das Kleinkind in eine für es reale Todesangst, muss umsorgt und getragen werden um sich wieder zu beruhigen. Diese Unsicherheit kann je nach Erziehung schon ziemlich tief in uns verankert sein.

Auch im weiteren Verlauf unseres Lebens ist diese Ur-Angst wohl die von Allen am stärkste. Bis zu einem gewissen Alter empfinden wir als Kleinkinder nämlich kein Zeitgefühl und auch wenn unsere Eltern nur für Minuten außer Sichtweite sind, kommt bei uns als Kindern die Angst hoch alleine gelassen zu werden, zu erfrieren, zu verhungern oder gar selbst gefressen zu werden, da diese Ängste im Stammhirn von Geburt an eingespeichert sind.

Mit dem Begriff ,,inneres Kind´´ sind aber mehr als nur deine Ur-Ängste und deine Vergangenheit gemeint, mehr als nur deine eigenen Erfahrungen von früher.

 

Warum positive Glaubensätze so wichtig sind und wie sie uns prägen

Das innere Kind steht für alle positiven und negativen Erfahrungen, sowie den damit verbundenen Gefühlen und den daraus entstandenen Glaubenssätzen. Natürlich ist es mehr symbolischer Art gemeint, jedoch kannst du es dir als dein junges Ich vorstellen, welches durch bestimmte Dinge mit gewissen Glaubensätzen geprägt wurde – ob nun von Freunden, Betreuern, Lehrern oder der eigenen Familie.

Diese Prägungen beeinflussen in Hinsicht auf unsere Wahrnehmung, unserem Fühlen, Denken und Handeln, was unter anderem dann unser Lebensgefühl beeinflusst. Zukunftsängste, mangelnde Lebensfreude, Beziehungsschwierigkeiten, Angstzustände und sogar depressive Verstimmungen sind nur einige der möglichen Folgen, wenn unser Selbstwertempfinden in der Vergangenheit leiden musste. Manche Glaubensätze sind sogar so tief verankert, dass wir unser komplettes Leben nach ihnen ausrichten.

Aus pschychologischer Sicht wird unter anderem davon ausgegangen, dass wenn ein Mensch als Kind zu wenig Liebe und Annerkennung erfahren hat oder durch Missachtung, Liebesentzug und Entwertung verletzt wurde, im Erwachsenenalter oft ein größeres Verlangen nach Zuwendung durch seine Mitmenschen entwickelt und selbst die kleinste Kritik schon alte Kindheitsverletzungen in Erinnerung rufen kann und dadurch übermäßig verletzbar macht.

 

Wie dir die Arbeit mit deinem inneren Kind helfen und was eine Sucht damit zu tun haben kann

Die Arbeit bzw. das Heilen des inneren Kindes soll also dabei helfen neue Wege zu gehen, alte Glaubenssätze zu ersetzen und wieder im Einklang mit sich selbst leben zu können. Dafür sollte man sich allerdings Zeit und Raum geben, denn so wie es Jahre gedauert hat, dass sich diese manifestiert haben, so wird es sicher einige Zeit brauchen bis du sie durch neue, positivere Glaubensmuster ersetzt hast – ansehen, verarbeiten & am Ende auch einfach loslassen ist hier die Devise.

Es geht aber nicht darum, alte, schmerzliche Situationen wieder und wieder zu durchleben, denn das tust du unterbewusst schon Tag für Tag. Dinge, die du immer wieder erlebst, die dir immer wieder im Alltag begegnen oder auch Menschen können demnach ein Zeichen sein, um dir zu zeigen, was noch tief in dir wütet.

Innere negative Grundüberzeugungen können nämlich neben Niedergeschlagenheit, Selbstzweifeln, dem Gefühl von Wertlosigkeit und Versagensängsten auch Befindlichkeitsstörungen ohne organische Befunde auslösen. Man fühlt sich ohne ersichtlichen Grund chronisch schlecht, wenn auch nicht immer den kompletten Tag über. Kleine Auslöser (Trigger) sind dabei leicht im Alltag zu finden. Das kann zum Beispiel von einer angebrannten Pizza, einem zerbrochenen Teller bis hin zur abgebrochenen Blume auf dem Balkon alles sein.

In solchen Situationen versucht ein Teil in uns, das innere Kind, das Ganze zu verdrängen und so zu tun, als wären diese negativen Glaubenssätze nicht real. Auch wenn diese zum größten Teil unterbewusst verankert sind, so tun wir doch im Alltag viel dafür, sie zu entmachten indem wir z.B. schon früh in der Kindheit Schutzstrategien entwickeln um auch Außenstehenden nicht zu zeigen, wie es uns in Wahrheit doch trifft und verletzt. Mögliche Schutzmaßnahmen die du an dir feststellen könntest sind das Streben nach Perfektionismus und Harmonie, eine übersteigerte Sucht nach Macht, Bestätigung und Annerkennung, aber auch Realitätsverdrängung – unter anderem durch Drogen und Alkohol.

Bei mir sind dies zum Beispiel Situationen in denen ich mich hilflos und ausgeliefert fühle. Menschen, die immer Probleme haben & so an meine “Helferader“ appelieren. Tagtägliche Gefühle, die mich teils unerwartet überrollen. Da ist viel Wut, viel Trauer und auch ein ganz schön verletztes kleines Ich, dass lange Zeit nur an andere dachte und gefühlt daran zerbrach. Mir wurde weh getan, körperlich und psychisch. Angefangen mit Mobbing und Gewalt in der Schule, über Suchtprobleme, “unechte“ Freunde und Männergeschichten. Aber das ist an dieser Stelle ein anderes Thema. Lange war da wenig bis keine Selbtaktzeptanz, viele Vorurteile und Verurteilungen besonders gegen mich selbst. Damit muss aber irgendwann Schluss sein, dass weiß ich, sonst werde ich nie frei leben und handeln können.

Wir erleben das “damals“ immer wieder und unser “Kind“ droht daran jedes mal wieder zu zerbrechen. Ich denke das ist wohl einer der stärksten Gründe, warum Menschen sich in Süchte flüchten, denn der Schmerz, dem man in der Kindheit hilflos ausgeliefert war, ist selbst im Erwachsenenalter noch unerträglich.

 

Wie du dein inneres Kind heilen kannst

Ich will ehrlich sein: Es gibt nicht DIE EINE einfache Möglichkeit mit deinem inneren Kind in Kontakt zu treten, geschweige denn es zu heilen. Bei diesem Vorgang kann man verschieden Vorgehen, aber egal wie du es anstellst, wichtig ist, dass du dir Zeit nimmst auf dich bzw. dein inneres Kind zu hören und so deine Grundbedürfnisse erkennst.

Eine Möglichkeit ist es dich imaginär mit deinem inneren Kind zu treffen, mit ihm zu reden und es in Gedanken zu umarmen. Eine Anleitung dazu findest du hier oder aber du hörst dir eine geführte Meditation an die sich mit der Heilung des inneren Kindes beschäftigt. (z.B. von Ohrinsel)

Falls du dir das Ganze nicht vorstellen kannst, ist das auch in Ordnung. Es führen schließlich immer mehrere Wege nach Rom.

Eine weitere Möglichkeit ist es sich an Dinge zurück zu erinnern, welche einem Freude bereitet haben. War es das Malen, Tanzen, Ball spielen? Gehe dieser Tätigkeit nach und denke so gut es geht an nichts. Mit der Zeit kann es sein, dass du den Drang nach anderen Dingen verspürst – gehe diesem nach. Höre auf deine innere Stimme und deinen Körper, schenke dir selbst die nötige Aufmerksamkeit und Liebe.

Die Verbindung zu deinem inneren Kind und dessen Glaubenssätze

Wenn du als Kind viel Schmerz oder eine Traumatisierung erlebt hast ist es möglich, dass die Verbindung zu deinem inneren Kind gar nicht mehr vorhanden ist. Dies ist eine mögliche Schutzmaßnahme um den Schmerz, das Gegühl des Ausgeliefertseins und der eigenen Hilflosigkeit nicht erneut spüren zu müssen. Dabei wird allerdings nicht nur der negative Anteil deines inneren Kindes verdrängt, sondern auch der positive. Dadurch kann es passieren, dass sich dein inneres Kind schlecht, nicht liebenswert und minderwertig fühlt, was unter anderem die Entwicklung von intensiven Schuld- und Schamgefühlen mit sich zieht. In Folge dessen ensteht eine Angst des Verlassenwerdes und vor Zurückweisung, welche als Erwartung auch unterbewusst auf die eigenen Mitmenschen porjiziert wird. Ein Beispiel dafür kann die innere panische Angst sein, welche bei Kritik durch den eigenen Partner oder einen anderen geliebten Menschen ausgelöst wird, und so eine eigentlich harmlose Situation eskalieren lassen kann.

Als Erwachsener ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du dich so verhälst, wie deine Eltern oder andere Bezugpersonen dich geprägt haben. Du handelst somit nach falschen Glaubenssätzen, welche zum Beispiel so lauten könnten:

  • Ich kann mich nicht selbst glücklich machen, andere können das besser als ich
  • Ich bin für die Gefühle anderer verantwortlich, also sie auch für meine
  • Wenn ich mich selbst glücklich mache ist dies egoistisch und falsch

7 gesündere Glaubensätze

  • Ich bin verantwortlich für mein Glück
  • Ich bin bereit, meine Gefühle wahrzunehmen und anzunehmen
  • Ich bin offen für Neues in meinem Leben
  • Ich bin offen für Veränderung in meinem Leben
  • Ich bin stark, also kann ich für mich selbst sorgen und Verantwortung für mein Wohlgefühl übernehmen
  • Ich bin albern, spontan, verspielt, verrückt, lebendig und sensibel und darf diese Seiten an mir ausleben
  • Alle meine Gefühle sind ein wichtiger Teil von mir, dazu zählt auch Zorn und Trauer und es ist okay so, denn Selbstliebe das einzige was zählt

Um aus der Abhängigkeit der Meinung und dem Wohlwollen anderer zu entkommen ist der beste und schnellste Weg Selbstverantwortung zu übernehmen und sich selbst lieben zu lernen…

…denn am Ende ist alles Liebe.

Keine Schuldzuweisung der Welt, kein Selbstmitleid, und sei es noch so stark, wird dir je den erhofften Frieden bringen. Schlimme Dinge sind passiert und werden sicher auch noch passieren, aber nur du entscheidest, wie du damit umgehst. Keiner kann dich am Ende glücklich machen, wenn du nicht vergibst. Am Ende bist nur du die Person die leidet, dadurch das sie nicht verzeiht.

Denkst du deine alte Klassenkameradin macht sich noch einen Kopf über ihre Worte und Taten? Denkst du der Mann aus der Bar denkt noch über dich nach? Und selbst wenn, nichts davon wird etwas an der Vergangenheit ändern – nur wir können ändern wie wir damit umgehen.

Wenn es dir hilft, dann überlege was für positive Folgen deine schlimmsten Erfahrungen hatten. Auch wenn es nicht gerade die einfachste Übung ist, irgendetwas lässt sich immer mitnehmen, und sei es nur das Gefühl nun gestärkt daraus hervor zu gehen und zu wissen, dass es in Zukunft anders wird.

 

Verrate mir doch in den Kommentaren wie du mit negativen Erlebnissen und Erfahrungen umgehst um auch anderen zu helfen!

 

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